Sein. Antlitz. Körper - Kirchen öffnen sich der Kunst.

Sein. Antlitz. Körper - Kirchen öffnen sich der Kunst.“ So lautet der Titel einer Ausstellungsreihe, die am 13. März 2016 im Berliner Dom startet und bis zum 30. November in neun Berliner evangelischen und katholischen Kirchen sowie der Neuen Synagoge zu sehen sein wird. Vom 31. Oktober bis zum 31. Dezember zieht die Ausstellung in die Erlöserkirche zu Jerusalem. Kuratiert wurde die Ausstellung von Alexander Ochs.

Für die Ausstellungsreihe gehen Kunst und Künstler in den Dialog mit verschiedenen Religionen,  beschäftigen sich mit der Spiritualität auch außerhalb des Christentums. Die Initiative versteht sich als Teil des Programms „Reformation und die EINE Welt“, dem diesjährigen Thema der Lutherdekade. Den Auftakt bildet die „erste Setzung“ im Berliner Dom mit dem Titel: „Das Sichtbare und das Unsichtbare“. Eingeladene Künstler sind die Japanerin Leiko Ikemura, der polnische Bildhauer Gregor Gaida, Young Hay aus Hongkong sowie der in Berlin durch viele Arbeiten bekannt gewordene Israeli Micha Ullman.

Bereits seit längerer Zeit beschäftigt sich die Kunstwelt mit dem eigenen Verhältnis zur Religion. Immer wieder tauchen dabei in der Fachliteratur beispielsweise Fragen auf: „Wie sieht die Kunst die Religion: Fühlt sie sich selbst als Religion und oder als jüngere Rivalin? Sind die Museen wirklich die Kathedralen von heute? Versteht sich die Kunst mit dem Buddhismus gut?“

Bereits im vergangenen Jahr kuratierte Alexander Ochs die Ausstellung „Du sollst Dir (k)ein Bild machen“ im Berliner Dom. Dabei zog eine große Anzahl säkularer Werke aus fünf Jahrhunderten in die umgebaute Tauf- und Traukirche. Die Kunst wurde damit in einen für sie neuen, weil sakralen Kontext gesetzt. „Sein. Antlitz. Körper.“ vollzieht den nächsten Schritt und lädt die Künstler und ihre Arbeiten auch aus Asien, Afrika, Lateinamerika und dem Mittleren Osten in die Kirchen. Säkulare Kunst also, die nicht von westlicher Spiritualität geprägt ist und die sich im sakralen Umfeld von Kirchenbauten "neu" verhält. Hierbei versucht die Ausstellung, nicht die Differenz zu betonen, sondern universelle Gemeinsamkeiten wie kulturelle und spirituelle Vielfalt zu zeigen.

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 13. März 2016, um 10 Uhr im Gottesdienst mit einer Predigt von Dompredigerin Petra Zimmermann sowie Beiträgen von Mayen Beckmann und Alexander Ochs eröffnet.  Während des Gottesdienstes erklingt das „Lamento die Guerra“ des in Berlin lebenden Komponisten Dieter Schnebel. Schnebel schrieb dieses Stück 1991 vor dem Hintergrund des Golfkrieges. Zur Ausstellungeröffnung widmen Schnebel, die Sängerin Katharine Rasinski und Domorganist Andreas Sieling die Komposition Flüchtlingen aus dem Irak und Syrien.

13. März 2016, 10:00 Gottesdienst, 12:00 Uhr Säkulare Eröffnung
18:00 Uhr Zweite Eröffnung der Ausstellungsreihe mit Ai Weiwei, Joseph Beuys, Kyungwoo Chiun, Richard Long, Doris Schälling und Jörg Enderle, St. Thomas von Aquin / Katholische Höfe, 18.00

sein-antlitz-koerper.de

 

Source: www.berlinerdom.de/content/view/498/204/lang,de/

Schrei!, glazed terracotta, 90 x 37 x 32 cm, Berliner Dom © Leiko Ikemura 2016. Photo: PhvM